WIKIPEDIA zum
Lektorat.
QUELLE:
http://de.wikipedia.org/wiki/Lektorat
Das Lektorat
ist eine Abteilung in einem Verlag
oder einer Übersetzungsagentur. Dort arbeiten überwiegend literarische
Mitarbeiter, so genannte Lektoren, deren Aufgabe es ist, Texte
stilistisch und inhaltlich zu verbessern sowie gegebenenfalls auch auf
Rechtschreib- und/oder Grammatikfehler zu überprüfen. Als
Verlagsabteilung hilft das Lektorat neben der Prüfung von eingehenden
Manuskripten auch bei der Zusammenstellung eines Verlagsprogramms und
von Autorenprogrammen.
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Inhaltsverzeichnis
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- 1 Allgemeines
- 2 Aufgaben des
Lektorats
- 3 Wirtschaftliche
Bedeutung
- 4 Literatur
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Allgemeines [Bearbeiten]
In
einem Verlag werden eingehende Manuskripte von
Autoren zuerst im Lektorat durchgesehen und dort entschieden, ob das
Manuskript möglicherweise ins Verlagsprogramm aufgenommen werden kann.
Hält der Lektor das Manuskript für geeignet, rät er dem Verleger,
dieses vom Autor anzunehmen. Nach welchen Kriterien er dieses Werk
auswählt, ist von Verlag zu Verlag unterschiedlich, je nachdem, wie
dieses spätere Buch zu den anderen Büchern des Verlags passen würde.
Der Verlagslektor begutachtet somit zum einen eingehende Manuskripte,
veranlasst gegebenenfalls auch Umarbeitungen, macht Vorschläge für
Buchprojekte und sucht dafür Autoren oder Übersetzer.
In
wissenschaftlichen Verlagen, so genannten Fachbuchverlagen,
ist das Lektorat meist
besetzt von einschlägigen Fachleuten. Beispielsweise haben bei einem
Verlag, der überwiegend biologische Fachbücher vertreibt, die Lektoren
in sicherer Mehrheit ein Biologie-Studium abgeschlossen.
Weite
Bereiche der Produktpolitik eines Verlages werden
im Lektorat wahrgenommen. Diese Tätigkeit lässt sich unter dem Begriff Lektoratsmarketing zusammenfassen.
Neben
festangestellten Lektoren werden redaktionelle und
korrekturbezogene Arbeiten zunehmend von freiberuflich tätigen
Fachkräften übernommen. Diese Entwicklung ist einerseits eine Folge
wirtschaftlicher Überlegungen, die häufig mit Begriffen wie Outsourcing
und Kostenoptimierung benannt werden, andererseits lassen sich auf
diese Weise mehrere, dann vor allem spezialisierte Lektoren in den
Arbeitsablauf der Verlagsarbeit einbinden.
Aufgaben
des Lektorats [Bearbeiten]
Im 18.
Jahrhundert war es üblich, dass Lektoren auch
selbst schrieben, also neben dem Beruf des Lektors zugleich noch
Autoren waren. Beispielsweise wäre Johann Gottfried Seume zu nennen
oder noch früher, am Anfang des 16. Jahrhunderts, Erasmus von
Rotterdam.
Im 20. Jahrhundert waren etwa die Autoren Horst Bienek, Moritz Heimann,
Hermann Kasack, Oskar Loerke, Kurt W. Marek
und Peter Rühmkorf zumindest zeitweise auch als Lektoren tätig. Diese
Art von Doppelberuf ist heutzutage selten. In der Regel ist die Arbeit
im Lektorat die einzige Tätigkeit, die Lektoren ausführen.
Neben
der Prüfung eingehender Manuskripte hat das
Lektorat aber auch noch andere Aufgaben: Der Lektor berät Autoren von
Texten in inhaltlichen und stilistischen Fragen, überprüft die Inhalte
und entfernt gegebenenfalls auch Rechtschreib- und Grammatikfehler aus
Texten, falls für diese Aufgabe kein Korrektor zur Verfügung steht.
Ebenso werden Manuskripte, die der Lektor beurteilt hat, dem Verleger
vorgestellt. Der Verleger entscheidet aufgrund der Einschätzungen des
Lektors dann, ob das Projekt in das Verlagsprogramm aufgenommen wird
oder nicht.
Eine
Besonderheit stellt das Lektorat im
Musikverlagswesen dar - schon allein wegen der Vielfalt der
Anforderungsprofile, die den Beruf kennzeichnen. Oft ist eine
musikwissenschaftliche Ausbildung der Ausgangspunkt für eine Anstellung
im Musikverlagswesen. Gleichwohl ist auch der Zugang über ein gesangs-
oder Instrumentalpädagogisches, ggf. auch ein künstlerisches
Musikstudium denkbar. Je nach Ausrichtung des jeweiligen
Verlagsprogramms bilden Mehrfachqualifikationen Vorteile in der
Gestaltung der Verlagsprojekte - die Tätigkeit erfordert mit
unterschiedlicher Gewichtung künstlerische, musikpädagogische,
musikwissenschaftliche und allgemein sprachliche Kompetenzen. Für das
Musiklektorat ist eine umfassende Kenntnis der Musiktheorie
(Harmonielehre, Kontrapunkt, Musikgeschichte) unverzichtbar, je nach
Verlagsausrichtung sind auch fundierte Kenntnisse der
Aufführungspraxis, der Editionstechnik und der Notationslehre
erforderlich.
Wirtschaftliche
Bedeutung [Bearbeiten]
Der
Wert der in Deutschland jährlich erbrachten
Lektoratsdienstleistungen wird vom Branchenverband auf über eine
Milliarde Euro beziffert. Der größte Anteil entfällt hierbei auf fest
angestellte Lektoren in Werbeagenturen und Verlagshäusern.
Durch
die Möglichkeit der Datenübertragung über das
Internet werden in der Praxis zunehmend Lektoratsleistungen von
externen Lektoren übernommen.
Einzelne
Lektorate spezialisieren sich auf bestimmte
Textsorten (z. B. Werbetexte) oder Kundenschichten, z.B. Studierende.
Der Markt für externe Lektoratsdienstleistungen ist trotz einiger sehr
großer Firmen stark zersplittert, da es tausende Ein-Mann-Unternehmen
gibt, die zum Beispiel von Germanistikstudenten nebenher betrieben
werden. Besondere Zulassungsvoraussetzungen zur Ausübung des
Lektorenberufs gibt es nicht.
Leistung
und Erfolg sind im Verlagswesen auf viele
Bereiche verteilt: Neben dem Lektorat sind es Herstellung,
Gestaltung, Marketing und Vertrieb.
Literatur [Bearbeiten]
- Gunther Nickel (Hrsg.): Krise des Lektorats?
Wallstein, Göttingen 2006, ISBN
383530061X
- Ute Schneider: Der unsichtbare Zweite. Die
Berufsgeschichte des Lektors im literarischen Verlag. Wallstein,
Göttingen 2005, ISBN
3892447586
- Michael Schickerling, Birgit Menche (u. a.): Bücher
machen. Ein Handbuch für Lektoren und Redakteure. Bramann,
Frankfurt a. M. 2004, ISBN
978-3-934054-17-2
- In der Werkstatt der Lektoren : 10 Gespräche /
Martin Bruch ; Johannes Schneider (Hrsg.). Mit einem Nachw. von
Hanns-Josef Ortheil. Hildesheim 2007. ISBN 978-3-934105-15-7
- Klaus Reinhardt: Vom Wissen zum Buch. Bern 2008. ISBN 978-3-456-84521-0
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